Kunst, die Dir zuzwinkert

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Kunst, die Dir zuzwinkert

Kunst, die Dir zuzwinkert

Eine Fachjury sowie die Centerbesucher hatten die Preisträger (auf dem Foto v.l. Thomas Andree, Andreas Seidel und Dennis Wolf) aus allen 15 teilnehmenden Künstlern ausgewählt und am 9. März 2020 im größten innerstädtischen Einkaufscenter Sachsen-Anhalts geehrt. Die Allee-Center-ART ist eine Kunstausstellung an ungewöhnlichem Ort. Ihr Motto „Die leichteste Art, der Kunst zu begegnen“.

Der Künstler unter den Fotografen

Der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis ging an den Magdeburger Dennis Wolf. Der Fotograf begann 2005 mit dem Fotografieren, 2009 öffnete er erstmals Photoshop, „und heute bin ich damit verheiratet“. Der Autodidakt hat sich als kreativer Fotograf, begnadeter Photoshop-Profi und überzeugender Trainer einen Namen gemacht. Juror Guiseppe Medagli zeigte sich begeistert von „den sauberen Inszenierungen und den grandiosen Illusionen“, die Dennis Wolf dem Betrachter anbietet: „Die Fotografie, wie sie Denis Wolf interpretiert, ist zu Recht zu einer anerkannten Kunstform geworden. Sie nutzt die digitalen Möglichkeiten in eindrucksvoller Weise dafür, neue Perspektiven und Illusionen zu erschaffen, die zuvor nur der Malerei vorenthalten waren.“

Aussortiertes wird Kunst mit Humor

Der Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche überreichte den mit 1500 Euro dotierten Preis der „Ottostadt Magdeburg“ an den Magdeburger Bildhauer Thomas Andree. Der Künstler verarbeitet in seinen Installationen Materialien, die in unserer Wohlstandsgesellschaft aussortiert werden. Schrott, Treibholz, Metall, Ausgedientes: „Ich erkenne in seinen Werken Heimatverbundenes, Bezüge zur Ottostadt und zum Wandel der Region.“ So sieht Rainer Nitsche in der Installation „Licht am Ende des Tunnels“ (eine Inszenierung aus rostigem Metall auf Holzplatte) einen augenscheinlichen Bezug zum Magdeburger Tunnel, bei dem nach jahrelanger Bautätigkeit nun auch tatsächlich Licht durchschimmert. Durchaus mit gewolltem Humor gestaltet Thomas Andree seine Kunst. Nitsche beschreibt seine Empfindungen beim Interpretieren der zahllosen heiteren Anspielungen in den Werken des Magdeburgers so: „Seine Kunst ist es, Dinge zu erschaffen, die wie die Pointe eines Witzes erscheinen.“

Tierpräparator wird Preisträger

Viel Freude, den diesjährigen Gewinner des ebenfalls mit 1500 Euro dotierten Preises des Allee-Center zu ehren, hatten Dr. Christine Villinger, Leiterin Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Theater Magdeburg, und Ulrike Gehle von der Jugendkunstschule Magdeburg. Mit Andreas Seidel habe sich die Jury „ziemlich einhellig“, so Dr. Villinger, für den zoologischen Präparator im hiesigen Museum entschieden, der „nebenbei“ als Bildhauer, Landschaftsfotograf, Naturforscher, Wissenschaftler, Dozent und Schöpfungsbewahrer für Furore sorgt. Besonders die von ihm ausgestellten Nashörner („...acht Hörner auf fünf Nasen“) und das Giraffenensemble „Kopf an Kopf“ hätten die Juroren schwer beeindruckt: „In seinen Plastiken fängt er nicht nur die Einzigartigkeit jedes Individuums detailverliebt ein, er bringt in das im Grunde kalte und tote Material soviel Leben und Natürlichkeit hinein, dass man als Betrachter der Verlockung nicht widerstehen kann, dem Tier zuzuzwinkern.“ Andreas Seidel selbst sieht in der seit 3,5 Milliarden Jahren andauernden Evolution „ein Epos von Anpassung, Untergang und ständiger Neuerfindung“: „Die dabei entstandene Arten- und Formenvielfalt liegt in den Interessen meines Schaffens.“

Die Allee-Center-ART ist noch bis zum 14. März im Basement zu sehen.

 

Weitere Künstler sind:
Christioph Ackermann
Iris Band
Carlo „NUKAS“ Bzdok
Diana Gehlhoff
Jan Herzog
Benjamin Mattern-Kerwien
Christoph Kunze
Zahna Nevelcheva
Bernd Steinert
Sylke Steinert
Pauline Ullrich
Rosemarie Ullrich