Zärtlichkeit liegt in der Luft

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Zärtlichkeit liegt in der Luft

Zärtlichkeit liegt in der Luft

Kunst im Konsumtempel – passt das zusammen? Offenbar immer besser, denn im fünften Jahr hat das Allee-Center die Qual der Wahl, wenn es um die Künstler geht, die in der Ladenstraße ausstellen dürfen. Die 5. Allee-Center ART (5.  bis 28. April) ist die bisher erfolgreichste Ausstellung bildender Kunst in der Magdeburger Einkaufsstraße.

Vor allem, weil sich die Künstler eben nicht als Staffage zur Verkaufsförderung vereinnahmt fühlen, sondern weil sie ernst genommen werden und gute Erfahrungen gemacht haben. Künstler wie Pauline Ulrich lassen sich inzwischen offenherzig in der Lokalpresse zitieren mit Sätzen wie „Ich stoße hier im Allee-Center auf echtes Interesse“ oder „nach Ausstellungen in Galerien bekomme ich meine Werke manchmal verstaubt wieder und weiß nicht, ob sie wirklich wahrgenommen wurden“.

Und auch das zählt_ Kunst lässt sich in der Passage offenbar ebenso gut verkaufen wie Jacken, Hosen, Bücher oder Kaffeebohnen. Denn die Bilder, Fotografien und Skulpturen sind so lange ausgepreist, wie sie zu haben sind. Zum Ende jeder Allee-CenterART sieht man kaum noch Preisschilder.  Das Motto der Exposition passt eben wie der Pinsel zum Maler: Es ist „Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

15 Berufskünstler stellen in diesem Jahr im Basement aus. Das Publikum hat mittels Postkarte noch bis zum 28. April die Möglichkeit, den eigenen Favoriten zu bestimmen. Aus der Summe des Geschmacks wird dann der Publikumspreisträger ermittelt – ein Preis, der mit 500 Euro dotiert ist.

Eine Welt der Poesie

Eine Jury hat inzwischen über die beiden anderen Preise entschieden. Über den mit 1500 Euro dotierten Allee-Center-Preis freute sich am Sonntag Pauline Ulrich aus Halle. Nach dem Publikumspreis im Vorjahr nun also eine weitere Anerkennung für beeindruckendes künstlerisches Können. Der Magdeburger Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche nennt in seiner Laudatio die Kunst von Pauline Ulrich „eine Welt der Poesie, der Nostalgie und der Erinnerungen“. Freimütig öffnet Nitsche sein Herz und gibt zu, dass ihn die Kunst der Hallenserin „in eine Welt voller Zärtlichkeit entführt, in eine Welt, die von weiblichen Wesen bewohnt wird; also eine Welt, in der die klassischen Begriffe der Schönheit in der Kunst ihre Vollkommenheit erfahren“. Kann es eine schönere Liebeserklärung geben? Wer Pauline Ulrichs Arbeiten im Allee-Center betrachtet, wird schnell feststellen, dass ihre Kunst keine Einschränkungen kennt. Sie vereint alle Kunst-Disziplinen, um ein Kunstwerk zu schaffen und kombiniert in ihren Skulpturen Fragmente aus Steinen, Teile von alten Fliesen, Tassen, Vasen, die am Ende wie „Reliquien“ eine Geschichte erzählen.

Einfälle statt Abfälle

Der mit 1000 Euro dotierte „Preis der Stadtsparkasse“ ging an den stadtbekannten Künstler Sebastian Noe, der erstmals im Allee-Center ausstellt. Der Industriedesigner und Objektkünstler begeisterte die Jury durch seinen Einfallsreichtum, um aus dem, was die Wegwerfgesellschaft an Abfall liegen lässt, wundersame Dinge zu erschaffen. Sparkassensprecher Mathias Geraldy selbst zeigt sich in seiner Laudatio auf Noe begeistert, wie er Wertloses zu neuem Leben erweckt uns ihm quasi einen ideellen Wert verleiht: „Wenn Müll als Werkstatt unser Herz berührt, dann zeigt dies, wie nicht der Verstand, sondern das Herz unsere Sinne anspricht.“

Noch bis zum 28. April ist es im Allee-Center möglich, auf  leichteste ART, der KUNST zu begegnen“.

Text: Jens-Uwe Jahns

Foto: Viktoria Kühne